Literatur

Briefe an die nächste Generation

Goldmann Verlag
09 September' 26

Was wir unseren Söhnen unbedingt sagen sollten

Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein? Eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt – und die angesichts einer zunehmenden Orientierungslosigkeit vieler junger Männer wichtiger denn je erscheint. Zwischen Leistungsdruck, traditionellen Rollenbildern und der Suche nach Anerkennung geraten manche in eine Spirale aus Einsamkeit, Wut und toxischen Vorstellungen von Männlichkeit.

Die Netflix-Serie „Adolescence“ hat diese Themen einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt und eine intensive Diskussion über die Radikalisierung junger Männer und die Wirkung problematischer Männlichkeitsbilder ausgelöst. Stephen Graham, Schauspieler und Autor der Serie, möchte diese Debatte nun weiterführen – auf eine sehr persönliche Weise.

Gemeinsam mit der Psychologin Orly Klein veröffentlicht Graham die Briefsammlung „Letters to Our Sons“, die am 21. Oktober bei Goldmann erscheint. Im Mittelpunkt stehen Briefe von Vätern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergründen, die sich mit einer scheinbar einfachen, aber tiefgreifenden Frage beschäftigen: Was möchten wir unseren Söhnen für ihr Leben mitgeben?

Dabei geht es nicht um Ratschläge, wie ein „richtiger“ Mann zu sein hat. Vielmehr öffnen die Briefe einen persönlichen Raum für Gedanken über Liebe, Verletzlichkeit, Verantwortung, Mut und die Freiheit, den eigenen Weg zu finden. Gerade diese unterschiedlichen Perspektiven machen die Sammlung zu einem Gespräch zwischen Generationen – und vielleicht auch zu einer Einladung, Gespräche zu führen, die im Alltag viel zu häufig unausgesprochen bleiben.

Stephen Graham verbindet mit dem Buch vor allem einen Wunsch: Die Briefe sollen zum Lächeln bringen, zum Nachdenken anregen und vielleicht dazu beitragen, einander mit etwas mehr Empathie zu begegnen. Einige Texte seien echte Liebeserklärungen, sagt er, und würden zeigen, wie unterschiedlich sich elterliche Liebe ausdrücken kann.

Vielleicht liegt genau darin die Stärke dieses Buches. In einer Zeit, in der junge Menschen auf der Suche nach Orientierung auf unzählige Stimmen im Internet treffen, erinnert „Letters to Our Sons“ daran, wie wichtig die eigene Stimme sein kann. Die eines Vaters, einer Mutter, eines Menschen, der zuhört, Mut macht und vermittelt: Du musst keine Rolle erfüllen, um wertvoll zu sein.

© Goldmann Verlag

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